Geschrieben von Tomke Oltmanns - Praktikantin/Studentin der Universität Oldenburg
Der Wahlpflichtkurs Kunst der 10. Klassen Hauptschulzweig (10A1, 10B1) der KGS Rastede experimentiert mit „schrägen" Verkleidungen in der Öffentlichkeit.
In einer 5-Doppelstunden dauernden Unterrichtseinheit beschäftigten sich die SchülerInnen des Wahlpflichtkurses Kunst von Frau Kleinhaus einmal nicht mit Pinsel und Farbtopf, sondern mit Verkleidung und ihrer Wirkung im öffentlichen Raum.
Angeleitet von der Studentin Tomke Oltmanns erlebten sie Wahrnehmungsübungen aus der Theaterarbeit, bauten szenische Standbilder um damit Gefühle und Haltungen gegenüber „anderen" Menschen auszudrücken und diskutierten Gründe, warum sich Menschen unterschiedlich anziehen.
Aus abgelegten Kleidungsstücken entwarf die Klasse individuelle Verkleidungen, um damit verschiedene Rollen spielen zu können: So trafen sich auf einer imaginären Bühne im Klassenraum Obdachlose, Musliminnen, Prostituierte, Asylanten und Behinderte- also alles Figuren, deren reale Ebenbilder im wirklichen Leben unter Diskriminierungen leiden müssen.
Was würde passieren, wenn die Klasse in dieser Form verkleidet in die Öffentlichkeit ginge? Welche Reaktionen würden die Rasteder Bürgerinnen und Bürger zeigen, die ja nicht wüssten, dass alles nur gespielt ist? Und wie würden sich diese Reaktionen anfühlen? Um auf diese Fragen Antworten zu finden, testeten die verkleideten SchülerInnen ihre Wirkung an verschiedenen Orten in Rastede und machten dabei interessante Erfahrungen. Sie erlebten, dass durch ihre Verkleidung die Passanten anders als sonst auf sie reagierten, sie wurden angestarrt, Köpfe wurden geschüttelt oder es wurde sich abgewandt. Die SchülerInnen bezeichneten diese Beobachtungen als diskriminierend und ungewohnt.
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